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Zwischen Rhein und Jura: Zwölf Rückzugsorte, die das Dreiländereck geheim hält

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Zwischen Rhein und Jura: Zwölf Rückzugsorte, die das Dreiländereck geheim hält

Photo: Jakob (TheLoyalOrder), CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Wer im Dreiländereck nach Kultur sucht, landet schnell bei den bekannten Adressen: Kunsthalle, Theater, Museen mit internationalem Ruf. Doch zwischen Basel, Lörrach, Saint-Louis und dem Markgräflerland existiert eine zweite, leisere Kulturszene – getragen von Enthusiasten, Vereinen und Menschen, die ihre Räume zur Verfügung stellen, weil ihnen etwas fehlt. Wir haben zwölf dieser Orte besucht. Alle lohnen die Anreise; manche sind kaum ausgeschildert.

Kunst zwischen Lagerregalen

In Weil am Rhein, gleich hinter der französischen Grenze, hat sich ein Kollektiv in einer Lagerhalle eingerichtet. Wer klingelt, wird persönlich empfangen – geöffnet wird nur am Wochenende und nach Vereinbarung. Die Betreiberin formuliert es nüchtern: „Wir sind kein Museum, wir sind ein Gespräch.« Die Anreise mit der Tram bis Weil am Rhein und ein kurzer Fußweg – mehr braucht es nicht.

Ähnlich verhält es sich in einem ehemaligen Sägewerk bei Kandern, in dem eine private Keramiksammlung öffentlich zugänglich ist. Der Weg führt über enge Landstraßen; wer mit dem Fahrrad kommt, wird mit einer Tasse Kaffee belohnt.

Kleine Bühnen, große Wirkung

Ein Kleintransporter als Bühne, Klappstühle, ein Publikum von maximal vierzig Personen: Das Kammerspiel-Projekt in einem Hinterhof in Saint-Louis lebt von der Intimität. Karten gibt es nur über eine Warteliste per E-Mail. „Wer sich die Mühe macht zu schreiben, kommt auch wirklich«, erklärt der Gründer.

In Lörrach wiederum hat ein Verein einen alten Kinosaal übernommen und zeigt dort an einem Wochenende im Monat Kammermusik und Lesungen – der Akustik wegen, wie der Vorstand betont, nicht aus Nostalgie.

Orte zum Lesen und Verweilen

Drei Adressen verdienen den Namen Leseoase: eine Buchhandlung im Markgräflerland, die ihre Lagerkammer als Lesenische freigibt; eine Bahnhofswartehalle im Elsass, die von Anwohnern mit einem Bücherregal und einer Sitzbank ausgestattet wurde; und ein Gartenpavillon bei Riehen, der im Sommer zum offenen Lesezirkel wird.

Praktische Hinweise und eine Einladung

Für alle Orte gilt: Öffnungszeiten ändern sich, einige verlangen Anmeldung. Am besten vorab online prüfen oder telefonisch nachfragen. Wer mit dem ÖPNV unterwegs ist, kommt im Kerngebiet des Dreiländerecks erstaunlich weit – die Regiotram und die Buslinien über die Grenze sparen Parkplatzsuche und Nerven.

Diese Liste versteht sich als Auftakt einer Serie. In den kommenden Monaten stellen wir regelmäßig weitere verborgene Orte vor – und wir sind auf Ihre Hinweise angewiesen. Welche Ecke kennen Sie, die noch niemand kennt? Schreiben Sie uns: Die Redaktion sammelt die Vorschläge und besucht die interessantesten persönlich.

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